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Im 11. Jahrhundert wurde an der Stelle des heutigen Breclav zweifellos von Fürst Bretislav, nach dem die Stadt benannt ist, eine wichtige Grenzburg der Premysliden gegründet, die im 12. Jahrhundert zeitweilig auch Zentrum eines Teilfürstentums war. Die Stadt entwickelte sich unterhalb der mittelalterlichen Burg an einem wichtigen Weg nach Österreich und ging häufig in fremde Hände über. In den Jahren 1426-34 ließ sich in der Burg eine starke Hussitenbesatzung nieder, die sowohl das benachbarte Österreich als auch die unweite Grenze bedrohte.
Im 16. Jahrhundert, als die Herrschaft vom alten mährischen Geschlecht der Žerotíner übernommen wird, wird das Schloss im Renaissancestil umgestaltet und auch der Marktflecken erweitert. Nach der Schlacht am Weißen Berg wurden die Liechtensteiner zu Besitzern von Breclav und es kam zu einer Stagnation. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde die Stadt mehrmals geplündert und im Jahr 1705 beim Kurzen-Aufstand erneut zerstört.
Das Renaissanceschloss wurde in den Jahren 1540 - 1570 aus der Premyslidenburg und der späteren mittelalterlichen Festung umgebaut. Ein markantes Baumotiv der Hoffassade des Schlosses ist der auf toskanischen Säulen ruhende Arkadengang im Obergeschoss. Die romantischen neogotischen Änderungen stammen aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Das Schloss wird von einem Park umgeben, an den sich übergangslos ein Waldkomplex anschließt, das sog. "Ebergehende" (Kancí obora, heute alter Auenwald mit Überresten von Thaya- Tote Armen).
Auf dem Schloss lebte zur Wende des 16. und 17. Jahrhunderts Ladislav Velen von Žerotín, einer der Führer der Ständeopposition in Mähren, dem man das Schloss zusammen mit der Herrschaft nach dem gescheiterten tschechischen Aufstand beschlagnahmte
Die Gegend von Breclav (Lundenburg) kennzeichnet sich durch ihr Reichtum an Kulturdenkmälern, die in der wunderschönen Landschaft der Gegend von Lednice (Eisgrub) und Valtice (Feldsberg) liegen. Diese wurde im Jahre 1996 in die Liste des Weltkultur- und Weltnaturerbes der UNESCO eingetragen. Zu den oftmals vergessenen Sehenswürdigkeiten dieser Region gehören auch die materiellen Spuren der Anwesenheit der jüdischen Ethnie, denen der Besucher nicht nur in Mikulov (Nikolsburg), wo im Jahre 2000 ein Lehrpfad über die jüdischen Denkmäler errichtet wurde, und in Podivín (Kostel), sondern auch in Breclav selbst begegnet.
Die erste schriftliche Nachricht von Juden in Breclav knüpft sich an das Jahr 1414, als im Urbar der Liechtensteiner Güter ebenfalls die Namen der ortsansässigen Juden angeführt waren. Im 16 Jahrhundert existierte hier bereits eine größere Judengemeinde mit einer Synagoge und einem Friedhof. Im Jahre 1572 wurde in Breclav die Generalsynode der mährischen Juden abgehalten, wo der berühmte Rabbiner (damals von Breclav) Jehuda Löw ben Becalel den Vorsitz führte. Im Laufe des Dreißigjährigen Krieges wurde die Judengemeinde vollkommen versprengt. Was von ihr übrig geblieben ist, ist die gegenwärtige Bezeichnung "die jüdische öde Stelle". Zur zweiten Besiedlung von Breclav durch jüdische Einwohner kam es im Jahre 1651, als die Herrschaft einer aus der nahe liegenden Ortschaft Valtice verdrängten zahlreichen Schar den Aufenthalt genehmigte. Im Jahre 1702 lebten hier in zwölf Häusern 30 Familien. Durch das Hofdekret aus dem Jahre 1726 wurde die Anzahl der systemisierten jüdischen Familien in Breclav auf 66 festgesetzt. Nachdem sie in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Bürgrechte erlangten, kam se durch Übersiedlungen der Juden vom Lande zu einem weiteren Anwachsen der Gemeinde. Nach der Erklärung der Tschechoslowakischen Republik wurde die bisher selbstständige politische Judengemeinde in Breclav im Jahre 1919 aufgelöst. Ein tragisches Ende der hundertjährigen Existenz der Kommunität brachten die Greuel des nazistischen Rassengenozides während des Zweiten Weltkrieges. In Breclav wirkten die gelehrten Rabbiner Mordechaj Benet (in den Jahren 1787 bis 1789) und Heinrich Schwenger (in den Jahren 1911 bis 1913). Es wurde hier der Opernsänger Julius Lieban (1857 bis 1940)geboren. Auf dem wirtschaftlichen Gebiet setzte sich am meisten die Familie Kuffner durch, die Inhaber der hiesigen Zuckerfabrik.
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