
Dieses bedeutende Heilbad und Fremdenverkehrszentrum, liegt im malerischen Tal der Tepl. Die Stadt wurde im Jahre 1358 von Kaiser Karl IV. gegründet, dessen Regentschaft den Höhepunkt der Entfaltung des mittelalterlichen böhmischen Staates bedeutete. Nach der Legende entdeckte Karl IV. die hiesigen warmen Quellen auf seiner Hirschjagd.
1370 wurden der Stadt die Privilegien einer königlichen Stadt verliehen. Der Aufschwung Karlsbads setzte sich im 15. und 16. Jh. fort. Im Jahre 1522 gab der Artzt Vaclav Payer die erste ärztliche Beschreibung der Quellen heraus. Ende des 17. Jh. erlebte Karlsbad eine neue Blütezeit, die bis ins 18. und 19. Jh. anhielt. Die Gäste, die nach Karlsbad kamen, verbreiteten den Ruf des Kurorts, trugen zum Ausbau der Stadt bei und hinterließen oft dauernde Erinnerungen an ihren damaligen Besuch - z.B. August I., Peter I. und Karl IV.; zunehmend kamen Gäste aus den Reihen des einheimischen, deutschen, russischen und polnischen Adels. Auch hervorragende Persönlichkeiten der kulturellen und geistigen Welt fehlten nicht -stellvertretend für alle seien nur L. van Beethoven, F. Schiller, J.W. Goethe, F.R. Chateubriand, F. Chopin und R. Wagner genannt.
Bis zum Jahre 1912 erlebte Karlsbad eine Zeit der Prosperität. Ein Beweis dafür sind die großen monumentalen Bauten und die Gesamtarchitektur der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts, die der Stadt ihr einheitliches Bild und den einzigartigen Reiz verlieh, den auch die heutigen Besucher noch bewundern (Mühlbrunnkolonnade, die ehemalige Sprudelkolonnade, Marktbrunnkolonnade, das Kaiserbad und weitere Kurhäuser, das Theater, das Grandhotel Pupp und die orthodoxe und die anglikanische Kirche).
In Karlsbad entspringen 12 Heilquellen im Temperaturbereich von 42 bis 72 Grad Celsius. Die wärmste und älteste Quelle ist der Sprudel, der in der Sprudelkolonnade zutage tritt. Die ungemein gute Heilwirkung der Quellen ist auf die hohe Konzentration von 32 bis 35 freigesetzten Mineralien, vor allem Spurenelementen und Kohlensäure, zurückzuführen.
In Karlsbad werden vor allem Erkrankungen des Verdauungstraktes und Störungen des Metabolismus behandelt. Ergänzt werden sie von weiteren Diagnosen. Die Heilwirkung besteht in der einmaligen Kombination von Trinkkuren direkt an den Brunnen, Wannenbädern, Packungen und weiteren Prozeduren mit aktiver Bewegung und der wohltuenden Atmosphäre dieses Kurortes.
In Karlsbad herrschte immer und herrscht auch heute ein reiches kulturelles und gesellschaftliches Leben. Es gibt zwei Casinos, ein großes Sommer-Amphitheater mit einer einzigartigen Naturkulisse, ein Theater, Kunstgalerien und eine Reihe von Konzert- und Mehrzwecksälen. Karlsbad hat sein eigenes Sinfonieorchester. Jedes zweite Jahr finden hier interantionale Filmfestspiele statt. Im Jahresintervall werden das internationale Touristikfilmfestival 'Tourfilm' und das vor allem dem Werk von Antonin Dvorak gewidmete Musikfestival 'Karlsbader Herbst' veranstaltet. Ein Besuch lohnt sich im Stadtmuseum, im Museum 'Karlsbader Porzellan' in Brezova (Standort der Porzellanmanufaktur Pirkenhammer) und im Glasmuseum in Dvory.
Sportlich interessierte Besucher finden in Karlsbad eine Rennbahn, einen 18-Loch-Golfplatz, Tennisplätze, Thermalfreibad, einen Sportschießplatz und ein Eisstadion, gepflegteWaldwege für Spaziergänge und Jogging, Radtrassen, Sandsteinfelsen für Klettertouren und Gelegenheiten zumBetreiben von Wassersport auf der Talsperre bei Brezova sowie von motorlosen Flugsportarten und Flugakrobatik vor.
Das Zentrum des Kurbetriebes jedoch sind die Sprudelkolonnade und die Mühlbrunnkolonnade mit ihren vier Brunnen (Rusalka-, Libussa-, Mühl-, und Fürst-Wenzel-Brunnen). Die Zierde des Kurviertels ist die Sprudelgasse; den Besucher fesseln sicher auch die aus Holz gezauberte Anmut der Marktbrunnkolonnade udn die Schönheit der Karlsbader Parkanlagen.
Von den architektonischen Kleinodien seien nur die Barocksäule der Heiligen Dreifaltigkeit aus dem Jahre 1776, die Maria-Magdalenen-Kirche (1736) und der Posthof (1791) erwähnt, das einstige Zentrum des Musiklebens der Stadt, in dem die Europa-Premiere von A. Dvoraks Sinfonie 'Aus der neuen Welt' stattfand.
Weltberühmte Produkte aus Karlsbad sind die künstlerischen Glaserzeugnisse Marke Moser, feinwandiges und figurales Porzellan sowie der Kräuterlikör Becher-Bitter.
Ein wunderschöner Blick auf Karlsbad und Umgebung bietet sich dem Besucher z.B. von der Peter-des-Großen-Höhe, der Höhe der Freundschaft und der Aussicht 'Karl IV.'.
8 Kilometer südwestlich liegt die Felsengruppe Svatosske skaly. Die bizarre Felsengruppe suggeriert uns das Bild eines versteinerten Hochzeitszugs.
Als letzter Ausflugstip sei Loket (Elbogen) genannt, ein kleiner Ort 11 km nordwestlich von Karlsbad, mit einer großen gotischen Burg aus dem 13. Jahrhundert, die heute auch ein Porzellanmuseum beherrbergt.